3. Liga: Zu spät aufgewacht
| 05. Mai 2015

Zudem fehlten erfahrene Spieler wie Christopher Kunisch oder der zum TuS Ferndorf zurück kehrende Lucas Schneider, der zwar auf dem Spielbericht auftauchte, verletzungsbedingt aber weitestgehend nicht eingesetzt werden konnte. „Das ist aber keine Entschuldigung für unsere Leistung”, stellte Ernst klar. Vielmehr habe es wie in den vergangenen Spielen an der nötigen Disziplin und Konsequenz im Angriff gehapert.

Die fehlte gegen einen absolut nicht überlegenen Gegner in der Anfangsphase auch in der Defensive. Bereits in der zwölften Minute lagen die Grün-Weißen mit 3:7 im Hintertreffen. Bis dahin hatte der Gummersbacher Rückraumspieler Srjdan Predagovic bereits fünf Treffer markiert. Am Ende sollten es stattliche elf sein. Lobeshymnen stimmten die Gummersbacher Verantwortlichen auf ihren besten Werfer nach Spielschluss aber auch nicht an, der nach deren Ansicht oftmals viel zu eigensinnig agierte und zu viele Versuche für seine auf den ersten Blick herausragende Torausbeute benötigte. Neben Predagovic, der sich nach der Saison gen Grashoppers Amicitia Zürich in die Schweizer Nationalliga orientiert, fielen lediglich Alexander Arnold (4 Tore) und Alexander Jäckel (6) als gefährliche Werfer auf.

Dieses Manko der Oberberger konnten die Ostwestfalen nicht nutzen. „Insgesamt reicht die Leistung von Gummersbach nicht aus, um in der dritten Liga ein Spiel zu gewinnen. Von zwei schlechten Mannschaften waren wie die schlechtere”, fand Ernst klare Worte für den Dankerser Auftritt in der Schwalbe Arena.

Erst in der Schlussphase habe sein Team einigermaßen in die Spur gefunden. Nach dem 13:19 aus Mindener Sicht (44. Minute) schien für die Grün-Weißen die Begegnung gelaufen. Auch beim 17:21 (47.) schien wenig bis gar nichts auf einen knappen Spielausgang hinzudeuten, da die Gäste nach der Zeitstrafe von Jonas Grass in Unterzahl agieren mussten. Doch Julien Knickmeier und Tim Wieling brachten GWD beim 19:21 ins Geschäft und als wenig später Gordon Gräfe zum 21:21 ausglich, schien ein Punktgewinn in Reichweite zu sein. „Ab der 51. Minute haben wir im Angriff so gespielt, wie ich mir das vorstelle”, fand Ernst, der in jener 51. Minute eine Auszeit genommen und das Team auf die Schlussphase eingestimmt hatte.

Doch der Predagovic-Treffer zum 24:22 für die Hausherren 30 Sekunden vor der Sirene entschied letztlich die Begegnung zu Ungunsten der Mindener. Der 23:24-Anschluss 19 Sekunden vor Ende durch Jannik Jungmann war nur noch Ergebniskosmetik.

GWD Minden II: Krieter, Birlehm – Jungmann 4, Antonevitch 4, Knickmeier 4/1, Gräfe 3, Grass 3, Breuer 2, Wieling 2/1, Hösl 1, Rodenkirchen, Schneider, Bagats, Hartwich.

Text: cb
Bild: cb