Kleine Wunde ohne Nachwirkung
2. Herren | 19. Apr 2016

Der Blick auf die Torschützen beweist. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Zwar ragte Rechtsaußen Tim Wieling mit acht Treffern aus dem grün-weißen Kollektiv heraus. Doch der Flügelflitzer war auch vier Mal von der Marke erfolgreich. Auf das Konto des Linkshänders gingen auch die wichtigen Treffer zum 20:19 und 21:19.

„Wir setzen uns immer kleine Ziele” antwortete GWD-II-Trainer Markus Ernst auf die Frage, wie es seinem gelänge, den Spannungsbogen auch nach lange feststehenden Ligaverbleib zu halten. Mit der Marschroute, nur über einen zeitlich knapp bemessenen Horizont nachzudenken, fährt die Zweitliga-Reserve in dieser Spielzeit ausgesprochen gut und hat bereits 35 Zähler auf dem Konto und kann sich sogar noch Hoffnungen auf den vierten Tabellenplatz machen. Den hat derzeit der punktgleiche TV Korschenbroich inne. Zwei Spieltage vor Ende der Saison das einzige Team, gegen das die Dankerser keinen Punktgewinn verbuchen konnte. Und so scheint die Marschroute – neben dem Erreichen von Platz vier – für die beiden finalen Spieltage klar. Gegen den TuS Volmetal und den Soester TV jeweils nicht die zweite Niederlage zu kassieren.

Dazu wird das nötig sein, was den Mindenern in den vergangenen Partien – ausgenommen dem 40:46-Schützenfest in Leichlingen – herausragend gelungen ist. Emotionalität zeigen. „Heute haben wir in diesem Punkt an die Varel-Leistung angeknüpft”, war Ernst vom Auftritt seines Talentschuppens gegen die mit internationalen Spielern gespickten Fredenbecker angetan. Und die nötigen Emotionen halfen vor allem in der Defensive. Lediglich 21 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache und sind der Beleg für die laut Ernst „herausragende Defensivarbeit”. Und dahinter zeigte Colin Räbiger, dass die Weserstädter über drei starke Schlussmänner verfügen. Räbiger untermauerte seine derzeit gute Form und war immer dann zur Stelle, wenn die Gäste doch einmal eine Lücke in der Abwehr gefunden hatten.

Im ersten Durchgang war das nicht so oft der Fall. Doch die Hausherren machten nach dem Geschmack von Ernst „viel zu wenig aus den Ballgewinnen.” Statt eines möglichen 16:8 stand lediglich eine 11:8-Führung zur Halbzeit auf der Anzeigetafel. „Da haben wir noch Steigerunspotenzial”, legte Ernst zumindest den kleinen Finger in eine Wunde, die keine gravierenden Nachwirkungen entfachen sollte.

Auch wenn das Spitzenteam vom Jadebusen nach einem 13:16-Rücksatnd noch einmal wiederkam und sich selbst in Führung warf. „Es war nicht so, dass wir vorne die falschen Wurfentscheidungen getroffen oder hinten nachgelassen haben. Das ist einfach der individuellen Klasse des Gegners geschuldet. So gute Jungs kann man nicht über 60 Minuten ausschalten”, hatte Ernst wenig Sorge, dass die Begegnung würde kippen können. „Denn wir haben uns da selbst wieder rausgekämpft. Und, wie ich finde, clever nach Hause gespielt”, kann Ernst über das Erreichen eines Zieles gewiss sein. Das Team behält oftmals in brenzligen Schlussphasen die Übersicht und die nötige Abgezocktheit. Über die nun noch zu erreichenden (kleineren) Ziele herrscht ebenfalls Klarheit.

GWD Minden: Räbiger – Hane, Kunisch 3, Jungmann 2, Wieling 8/4, Rodenkirchen 1, Knickmeier 2, Hösl 3, Korte 1, Breuer 1, Traue, Oevermann, Hartwich 2.