Kämper-Sieben vor dem DM-Aus
B1-Jugend | 09. Mai 2016

„Wir haben jetzt eigentlich nichts mehr in der Tüte”, ist GWD-Trainer Dirk Kämper realistisch. Nur zwei Siege am letzten Doppelspieltag in Dankersen würden die Chancen aufs Halbfinale am Leben erhalten. Ein Erfolg am Samstag gegen die SG Meißenheim/Nonnenweiher mit zwei Treffern Differenz liegt im Bereich des Möglichen. Der große Haken an diesem Rechenspiel: Ein Sieg mit 11 Toren Unterschied gegen den Top-Favoriten und Titelverteidiger Berlin scheint aussichtslos. Denn der zeigte am Samstag in der heimischen Lilli-Hennoch-Halle sein wahres Leistungsvermögen und siegte einen Tag später gegen die Breisgauer ebenfalls deutlich mit 35:25.

Füchse-Trainer Bob Hanning hatte nach der Auftaktniederlage an der französischen Grenze seinem Ärger deutlich Luft gemacht. Die Reaktion folgte am Samstag gegen die Grün-Weißen. Aber immerhin mit langen Anlauf.
Denn bis zum 7:7 ging die Mindener Marschroute, das Spiel offen halten und am Ende vielleicht noch einmal zusetzen, hervorragend auf. In den letzten Minuten des ersten Abschnitts setzte sich das „Überteam” ein wenig ab und ging mit einem Drei-Tore-Vorsprung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel schienen die Dankerser mit dem Kopf noch in der Kabine zu sein. „Wir schenken Berlin drei Mal hintereinander auf einfachste Art und Weise den Ball. Solche Fehler erwartet man als Trainer eigentlich nicht”, fand Kämper deutliche Worte, nahm seine Jungs aber im selben Atemzug in Schutz: „Da spielt dann auch die Nervosität und die Drucksituation mit rein. Die Jungs wird das weiterbringen. Sie werden daraus lernen.” Die unmittelbare Folge war der 9:15-Rückstand, der schon spielentscheidenden Charakter hatte. Minden kam zwar noch einmal auf 10:15 ran und konnte den Rückstand auch noch einige Zeit halten. Aber dann schlug die volle Berliner Wucht zu. Denn die Berliner konnten noch einmal mächtig zusetzen. „Das ist einfach noch einmal eine ganz besondere Qualität. Sie können ohne Leistungsabfall durchwechseln.”

Mit spielentscheidend war, dass Führungsspieler Jerrit Jungmann, der in der Saison in vielen engen Duellen um die Westfalenmeisterschaft vorangegangen war, von der Füchse-Defensive mehr oder weniger neutralisiert wurde und ständig gegen zwei Mann agieren musste. Die Freiräume wusste zwar Maximilian Nowatzki zu 10 Treffern zu nutzen. Doch das Hanning-Team scheint einfach zu übermächtig. „Die einzige Schwäche, die sie vielleicht haben, sind ihre Keeper”, hat Kämper beobachtet. Auf dieser Position hatten die Grün-Weißen am Wochenende eine ihrer Stärken. „Mattes Oehme hat überragend gehalten. Ohne ihn, wäre es vielleicht deutlicher geworden”, sagte Kämper abschließend und freut sich auf die noch anstehenden Duelle. Die wollen die Weserstädter noch einmal mit vollem Elan angehen. „Diese Spiele wie gegen die Füchse oder auch Meißenheim/Nonnenweiher spielt man ja nicht jeden Tag. Es macht einfach Spaß auf diesem Niveau und auch wenn es mehr oder weniger um gar nichts mehr geht, sind das ganz wichtige Duelle für die Entwicklung.”

GWD Minden: Oehme, T. Fischedick – Nowatzki 10/1, Jungmann 3, B. Fischedick 1, Nolting 1, Eichhorn 1, Steinhauer, C. Braun, Mattausch, Baumgart, Theiss, Stallmann, Ossenfort.

Text: Christian Bendig
Foto: Christian Bendig